Produktentwicklung

Industriedesign

Disziplin, die Form, Ergonomie, Bedienung und Erscheinungsbild von Serienprodukten so gestaltet, dass sie gut nutzbar, verständlich und herstellbar sind.

Was ist Industriedesign?

Industriedesign (englisch Industrial Design, oft auch Produktdesign genannt) ist die Disziplin, die Form, Proportionen, Ergonomie, Bedienung und Erscheinungsbild von Produkten für die Serienfertigung gestaltet. Es geht darum, wie ein Produkt aussieht, wie es in der Hand liegt und bedient wird und wie der Nutzer es versteht. Anders als die Maschinenbaukonstruktion, die sich mit innerem Aufbau, Festigkeit, Toleranzen und Herstellbarkeit der einzelnen Teile befasst, arbeitet das Industriedesign vor allem mit der äußeren Form und dem Nutzungserlebnis.

Die Arbeit beginnt meist mit einer Analyse der Nutzer und des Wettbewerbs, führt über Skizzen, Konzepte, Renderings und Formmodelle (aus Hartschaum, Modellierclay oder aus dem 3D-Druck) und endet mit einem exakten 3D-Modell der Außenflächen aus der Flächenmodellierung. Dazu gehört in der Regel auch die Spezifikation von Farben, Materialien und Oberflächen (CMF, nach dem englischen Colour, Material, Finish): Farbton, Glanzgrad, Narbung sowie gegebenenfalls Bedruckungen und Beschriftungen.

Die Ergebnisse des Industriedesigns übernimmt der Konstrukteur und setzt sie in herstellbare Teile um. Er ergänzt Wandstärken, Entformungsschrägen, Trennebenen, Rippen, Montageelemente und die Aufnahmen für die inneren Komponenten. Die besten Ergebnisse entstehen, wenn Designer und Konstrukteur parallel arbeiten und die Form auf den inneren Bauraum und das Fertigungsverfahren abgestimmt wird, nicht erst nachträglich.

Das Erscheinungsbild eines Produkts lässt sich als eingetragenes Design schützen, in Deutschland beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) und mit Wirkung für die gesamte EU beim EUIPO (bekannt als Gemeinschaftsgeschmacksmuster). Der Schutz lässt sich in Abschnitten von fünf Jahren auf bis zu 25 Jahre verlängern. Ein eingetragenes Design schützt das Aussehen, eine technische Lösung wird dagegen durch ein Patent oder ein Gebrauchsmuster geschützt.

Wann es sinnvoll ist

Industriedesign bringt den größten Nutzen bei Produkten, mit denen der Nutzer direkt in Berührung kommt: Handwerkzeuge und Handgeräte, Unterhaltungselektronik, Bedienpanels, Maschinenverkleidungen, Laborgeräte oder Produkte, deren Aussehen die Marke trägt und sie vom Wettbewerb abhebt. Bei Maschinen und Anlagen für die Industrie geht es vor allem um Verkleidungen, Bedienung, gut erkennbare Betriebszustände, die Sicherheit des Bedienpersonals und den Zugang für die Wartung.

Binden Sie den Designer zu Beginn ein, in der Konzeptphase, in der über die Gesamtarchitektur des Produkts entschieden wird. Kommt er erst zur fertigen Innenkonstruktion hinzu, bleibt ihm nur, sie mit einem Gehäuse zu umhüllen. Für innenliegende Teile ohne Kontakt zum Nutzer (Halter, Rahmen, Teile unter der Verkleidung) ist ein eigenes Design dagegen meist nicht nötig.

Worauf Sie achten sollten

Der teuerste Fehler ist, ein Design anhand von Renderings freizugeben, ohne die Fertigung zu berücksichtigen. Scharfe Kanten, fehlende Entformungsschrägen, große Hochglanzflächen oder filigrane Formdetails können ein aufwendiges Werkzeug mit Schiebern oder eine teure Endbearbeitung erfordern, und auf Hochglanzflächen zeichnen sich Einfallstellen und Fließlinien deutlich ab. Tiefere Narbungen der Werkzeugoberfläche verlangen zudem größere Entformungsschrägen. Lassen Sie deshalb die Herstellbarkeit vom Konstrukteur oder vom Werkzeugbau prüfen, bevor die Form eingefroren wird.

Geben Sie Farben und Oberflächen nicht am Bildschirm frei, sondern anhand physischer Muster (Farb- und Narbungsmuster, ein Designmodell in Originalgröße). Vereinbaren Sie für die Übergabe an Lieferanten das Format des 3D-Modells, eine CMF-Spezifikation mit Bezeichnung der Farbtöne und Narbungen, Anforderungen an Spaltmaße und Versätze zwischen sichtbaren Teilen und auch, wer Formänderungen freigibt, die Konstruktion oder Fertigung erfordern.

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