Stückliste (BOM)
Strukturierte Auflistung aller Einzelteile, Baugruppen, Zukaufteile und Materialien mit Mengen, die zur Fertigung und Montage eines Produkts nötig sind.
Was ist eine Stückliste (BOM)?
Die Stückliste (englisch Bill of Materials, BOM) ist eine strukturierte Auflistung aller Bauteile, Baugruppen, Einzelteile, Materialien und ihrer Mengen, die zur Fertigung oder Montage eines Produkts benötigt werden. Sie ist fester Bestandteil der technischen Dokumentation und verbindet die Ergebnisse der Konstruktion mit Fertigung, Einkauf und Logistik.
Die Konstruktionsstückliste (Engineering BOM, EBOM) bildet die Produktstruktur so ab, wie der Konstrukteur sie sieht. Die Fertigungsstückliste (Manufacturing BOM, MBOM) spiegelt wider, wie das Produkt tatsächlich gefertigt und montiert wird. Sie kann anders gegliedert sein, weil sie Arbeitsgänge, Halbzeuge und Hilfsstoffe berücksichtigt. Nach dem Aufbau unterscheidet man außerdem Mengenübersichts-, Struktur- und Baukastenstückliste.
Die Stückliste ist ein Schlüsseldokument für den Einkauf von Material und Komponenten, für Fertigungsplanung und Kalkulation, für Lagerhaltung und Logistik sowie für Servicedokumentation und Ersatzteile.
In kleinen Projekten ist die Stückliste oft eine einfache Tabelle. Bei umfangreichen Produkten mit Tausenden bis Zehntausenden Positionen werden Stücklisten in PDM- und PLM-Systemen (Product Lifecycle Management) verwaltet, etwa in SolidWorks PDM, Siemens Teamcenter oder PTC Windchill.
Wann es sinnvoll ist
Eine Stückliste entsteht für jede Baugruppe, sobald sie in die Fertigung oder in den Einkauf gehen soll. Mit ihr werden Zukaufteile bestellt (Lager, Schrauben, Elektronik), Fertigungsteile bei Lieferanten angefragt, der Produktpreis kalkuliert und die Montage geplant.
Es lohnt sich, sie schon in der Prototypenphase zu führen. Sie sehen dann schnell, was Material und Zukaufteile kosten, welche Positionen lange Lieferzeiten haben und wo sich Norm- oder Wiederholteile einsetzen lassen.
Worauf Sie achten sollten
Die Stückliste muss dem aktuellen Revisionsstand von Modell und Zeichnungen entsprechen. Manuell gepflegte Tabellen laufen den CAD-Daten schnell davon, deshalb sollte die Stückliste direkt aus der Baugruppe erzeugt werden. Geben Sie bei Zukaufteilen die genaue Bestellbezeichnung des Herstellers an, nicht nur eine allgemeine Beschreibung: „Kugellager 6204“ ohne Angabe von Ausführung, Abdichtung und Lagerluft genügt nicht.
Denken Sie an Positionen, die im CAD-Modell oft fehlen: Klebstoffe, Schmierstoffe, Schraubensicherung, Typenschilder, Verpackung oder Verkabelung. Wenn Sie die Stückliste an einen Lieferanten übergeben, vereinbaren Sie das Format und wie Revisionsänderungen gekennzeichnet werden.
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