Technische Dokumentation
Zeichnungen, 3D-Modelle, Stücklisten und Spezifikationen, die ein Produkt eindeutig beschreiben und Fertigung, Prüfung, Montage und Service ermöglichen.
Was ist technische Dokumentation?
Technische Dokumentation (auch Fertigungsdokumentation oder Fertigungsunterlagen) ist die Gesamtheit der Dokumente, die ein Produkt und seine Herstellung genau beschreiben. Sie ist die gemeinsame Sprache, in der sich Konstrukteure mit Fertigern, Lieferanten und Kunden verständigen. Gemeint ist hier die herstellerinterne, konstruktive Dokumentation; Betriebsanleitungen für Anwender bilden den externen Teil der technischen Dokumentation.
Zu den Kernbestandteilen gehören Fertigungszeichnungen (2D) mit Maßen, Toleranzen und Oberflächenangaben, 3D-CAD-Dateien (STEP, SolidWorks), die Stückliste (BOM, Bill of Materials) mit allen Komponenten, Arbeitspläne, Werkstoff- und Oberflächenspezifikationen, Montageanleitungen und Prüfprotokolle.
Eine sauber erstellte technische Dokumentation ist die Basis einer effizienten Fertigung. Unklare oder unvollständige Zeichnungen führen zu Reklamationen, Nacharbeit oder unbrauchbaren Teilen. Regeln für die Erstellung legen Normen wie ISO 128 (Darstellung in Zeichnungen), ISO 1101 (geometrische Tolerierung) oder ASME Y14.5 fest.
Unverzichtbar ist die technische Dokumentation außerdem für Konformitätsbewertung und Zertifizierung (CE, FDA), für Audits des Qualitätsmanagementsystems (DIN EN ISO 9001), für die Wiederholfertigung, ohne Teile neu vermessen zu müssen, und für eine mögliche Verlagerung der Fertigung zu einem anderen Lieferanten.
Wann es sinnvoll ist
Eine vollständige technische Dokumentation brauchen Sie, sobald ein Produkt außerhalb Ihrer eigenen Werkstatt, wiederholt oder bei verschiedenen Lieferanten gefertigt werden soll. Sie ist Grundlage für Anfragen und Angebote, für Fertigung und Prüfung, für den Einkauf von Zukaufteilen und für die Montage.
Gefordert wird sie auch beim Inverkehrbringen eines Produkts. Für die CE-Kennzeichnung muss der Hersteller beispielsweise technische Unterlagen führen, die die Konformität mit den einschlägigen EU-Rechtsvorschriften belegen. Es lohnt sich zudem, Dokumentation für ältere Produkte zu erstellen, die nur als physische Teile oder mit lückenhaften Zeichnungen existieren.
Worauf Sie achten sollten
Das häufigste Problem sind Widersprüche zwischen Modell, Zeichnung und Stückliste nach Änderungen. Führen Sie deshalb Revisionsstände und ein geregeltes Änderungswesen ein, und schicken Sie Lieferanten immer den vollständigen, aktuellen Satz. Fehlen in der Zeichnung Werkstoff, Allgemeintoleranzen, Oberflächenbehandlung oder Wärmebehandlungszustand, legt der Hersteller diese Punkte nach eigenem Ermessen fest.
Ein weiteres Risiko ist eine Dokumentation, die für einen bestimmten Lieferanten entstanden ist und dessen unausgesprochene Gepflogenheiten voraussetzt. Prüfen Sie, ob auch ein unabhängiger Hersteller das Teil danach fertigen könnte. Wenn Sie die Erstellung der Dokumentation beauftragen, vereinbaren Sie vorab Normen, Ausgabeformate und wem die Quelldaten gehören.
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