Produktentwicklung

CE-Kennzeichnung

Zeichen, mit dem der Hersteller erklärt, dass sein Produkt die geltenden EU-Harmonisierungsvorschriften erfüllt. Ohne CE kein Inverkehrbringen in der EU.

Was ist die CE-Kennzeichnung?

Die CE-Kennzeichnung (umgangssprachlich CE-Zeichen, englisch CE marking) ist ein Zeichen, mit dem der Hersteller erklärt, dass sein Produkt die Anforderungen der EU-Harmonisierungsvorschriften erfüllt, die für dieses Produkt gelten und eine CE-Kennzeichnung vorschreiben. Sie ist weder Gütesiegel noch behördliches Zertifikat: Die Konformität weist der Hersteller nach und trägt dafür die Verantwortung. Die allgemeinen Regeln enthält die Verordnung (EG) Nr. 765/2008. In Deutschland sind viele der zugehörigen Richtlinien über das Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) und seine Verordnungen umgesetzt, für einzelne Bereiche wie die EMV gibt es eigene Gesetze.

Die Kennzeichnung betrifft nur Produkte, für die mindestens eine solche Vorschrift gilt. Im Maschinenbau und in der Elektronik sind das am häufigsten die Maschinenrichtlinie, die Niederspannungsrichtlinie (LVD), die EMV-Richtlinie, die Funkanlagenrichtlinie (RED) und die RoHS-Richtlinie zur Beschränkung gefährlicher Stoffe. Die Maschinenrichtlinie wird ab dem 20. Januar 2027 durch die Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 abgelöst. Eigene Vorschriften gelten etwa für Medizinprodukte, persönliche Schutzausrüstung, Spielzeug und Druckgeräte. Andere Produkte dürfen kein CE-Zeichen tragen.

Der Hersteller ermittelt zuerst die anwendbaren Vorschriften und ihre grundlegenden Anforderungen, beurteilt die Risiken und konstruiert das Produkt so, dass sie beseitigt oder ausreichend gemindert werden. Die Konformität belegt er meist über harmonisierte Normen (etwa DIN EN ISO 12100 zur Risikobeurteilung von Maschinen): Ihre Einhaltung begründet die Konformitätsvermutung, sofern ihre Fundstelle im Amtsblatt der EU veröffentlicht ist. Je nach Vorschrift und Produktkategorie führt er die Konformitätsbewertung selbst durch oder muss eine benannte Stelle (Notified Body) einbeziehen. Es folgen die technischen Unterlagen, die vom Hersteller unterschriebene EU-Konformitätserklärung und das Anbringen des Zeichens.

Das Zeichen muss sichtbar, lesbar und dauerhaft sein und ist in der Regel mindestens 5 mm hoch. War eine benannte Stelle an der Überwachung der Fertigung beteiligt, folgt ihm deren Kennnummer. Die technischen Unterlagen bewahrt der Hersteller für die Marktüberwachungsbehörden auf, üblicherweise 10 Jahre ab dem Inverkehrbringen.

Wann es sinnvoll ist

Planen Sie die CE-Kennzeichnung ab Beginn der Entwicklung ein, nicht erst vor der Markteinführung. Die Anforderungen aus Vorschriften und Normen gehören ins Lastenheft, weil sie die Konstruktion beeinflussen: Schutzeinrichtungen und Sicherheitsabstände, Sicherheitsfunktionen der Steuerung, Schutzart, Auswahl der Komponenten oder die Auslegung der Elektronik wegen der EMV. Vorprüfungen, etwa EMV-Messungen, lohnen sich schon an Funktionsprototypen, solange Änderungen noch günstig sind.

Die Pflicht gilt auch für ein Einzelstück: Eine Sondermaschine für den eigenen Betrieb muss dieselben Anforderungen erfüllen wie ein Serienprodukt. Eine unvollständige Maschine zum Einbau in eine andere Maschine erhält nach der Maschinenrichtlinie keine CE-Kennzeichnung, sondern wird mit einer Einbauerklärung und einer Montageanleitung geliefert.

Worauf Sie achten sollten

Ein häufiger Irrtum ist, CE für ein Zertifikat zu halten, das ein Prüflabor ausstellt. Ein Prüfbericht ist nur eine Grundlage: Die Konformitätserklärung unterschreibt der Hersteller, und er trägt die Verantwortung. Wer ein Produkt unter eigenem Namen oder eigener Marke in Verkehr bringt, hat die Pflichten eines Herstellers, auch wenn er die Fertigung vergeben hat.

Weitere typische Fehler sind eine übersehene Vorschrift (eine Maschine mit Funkmodul fällt zusätzlich unter die RED), veraltete Normenausgaben, eine erst nachträglich zur fertigen Maschine verfasste Risikobeurteilung und Konstruktionsänderungen nach Ausstellung der Erklärung ohne neue Bewertung. Fordern Sie von Komponentenlieferanten deren Konformitätserklärungen an und prüfen Sie, ob sie zum vorgesehenen Verwendungszweck passen.

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